Morning colour

Eines frühen Morgens am See erblickte ich diese Stimmung. Nachbearbeitung des Bildes brachte die Wahrheit ans Licht. //
Early one morning by the lake, I came across this mood. Photoshopping the picture revealed the truth.

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Remember when: Tocotronic

Die folgende Konzertkritik bin ich meinem Blog und seiner Umwelt noch schuldig. Am 7. März war ich an meinem vierten Tocotronic-Konzert. Sie spielten an jenem Sonntagabend in der Aktionshalle der Roten Fabrik in Zürich. Wunderbar war das, wie sich die prüde, zurückhaltende Schweizermasse dem Schallwall hingab.
Die folgenden Worte fand ich unmittelbar nach dem Ereignis:

Geordnete Überschwänglichkeit
Zurückhaltende Unmittelbarkeit
Authentizität in der Selbstverleugnung
Erklärende Worte (zu „Verschwör dich gegen dich“)
Wohlreflektierte Befreiung von Zwängen
Spiel mit Erwartungen
Grundsolides Handwerk
Offenbarende Enthüllung
Süsses Zuzwinkern
Verreinnahmtes Publikum
Junger Mann gibt sich seinem kaum definierten Körpergefühl hin
Die Proklamationen geben Planung vor
Zufrieden in der Abwärtsspirale
Wohlfeil.

Die Kleider einer mittelgrossen Stadt

Die relative Anonymität einer mittelgrossen Stadt: gross genug, um in der Masse unterzugehen und klein genung, um sich nur für Handvoll Bekanntschaftsbegegnungen wappnen zu müssen.
Letzteres schlägt sich v.a. in der Garderobe nieder. Die Wahrscheinlichkeit, erkannt und angesprochen zu werden, verhindert allzu exzentrische Auswüchse. Die anonyme Grösse erlaubt aber, sich als wilder Fremder, unangepasster Andersdenkender, slouchy crouchy oder sonstwie bewusst zu kleiden.

Eine kleine Geschichte keiner Begegnung

Wir sassen auf einer Bank und freuten uns der kommenden Zeiten. Sie werden blühen, sagte man uns. Wir werden bald sehen.
Klarheit lag in der Luft und auf unseren Zungen. Vertrauen in unser Vermögen, etwas zu erschaffen, und den Überblick zu bewahren. Sich nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verlieren.

Terminale Bestimmtheit

Termine geben mir Sinn und Ordnung. Wenn es auch nur wenige sind. An eingen Stellen immerhin zeigt miene Wochenplanung Struktur und schwarze (Tinten-)Flecken. Zu den sich wiederholenden Verpflichtungen gesellen sich mehr und weniger aufregende Einzelereignisse. Im Rückblick wird ersichtlich, dass mein Leben einen Inhalt hat, und meine Tage auch.

Es mutet seltsam an, dass ich mich leer fühle, wenn nichts geschieht, das sich planen lässt. Vielleicht zeichnet das Bedürfnis nach Beständigkeit verantwortlich, dass mich unverplante Tage deprimieren. Nur schon einige Markierungen auf den weissen Messbalken der Zeit geben mir Hoffnung. Da gibt es Menschen, die sich Zeit nehmen.

Terrasse für das Volk

Sie schritten hinaus auf die Terrassen und betrachteten das Volk. Es war nicht ihres und auch kein fremdes. Es war – und das schon immer. Genau wie sie, und das schon länger.
Einige Gruppen bewegten sich nicht. Von ihnen ging dennoch eine grössere Unruhe aus, als von all den Umherirrenden. Wobei einige von ihnen sich in gar hastiger Art den anderen zu entfernen versuchten. Wieder andere zielten auf denselben Erfolg, indem sie den anderen ihre Aufmerksamheit verwehrten und vorgaben, auf sich alleine gestellt zu sein.